Kayanga Senior Primary School
Für unser erstes Colored-Footprint Projekt haben wir uns die Kayanga Primary School in Namibia ausgesucht. Da wir bereits in der Gegend waren, hatten wir schon am Tag zuvor bei der Schule angefragt, ob wir ein Projekt machen dürfen. Schulen sind in Namibia sehr leicht daran zu erkennen, dass sie weit und breit die einzigen gemauerten Gebäude sind und nicht wie die traditionellen Häuser aus Lehm und Strohdach gebaut sind. Der Schulleiter gab ohne lange zu überlegen sein Einverständnis und wies daraufhin hin, dass er am nächsten Tag nicht da sei, aber eine Vertretung habe. So betraten wir am nächsten Morgen um 9 Uhr den Raum der uns zugeteilten 5. Klasse. Von den 34 Kindern waren 28 im Klassenzimmer anwesend. Die Altersspanne ging von 11 bis 16 Jahren. Ein Lehrer war aber weit und breit nicht zu finden. Der saß lieber mit den Kollegen unter dem Baum im Schatten. Zu unserer Verwunderung saßen alle Kinder ganz brav an ihrem Tisch und als wir den Raum betraten standen sie auf und begrüßten uns im Chor.
Nach einigem Hin und Her hatten wir einen Lehrer gefunden, der sich bereit erklärte uns im Klassenzimmer zu unterstützen. Der eigentliche Klassenlehrer war nicht aufzufinden. Nachdem wir mit dem Vorlesen der Geschichte vom kleinen Käfer Kribbel begonnen hatten, merkten wir bald, dass die Kinder mit unserer englischen Aussprache Schwierigkeiten hatten. So übernahm der Lehrer die Geschichte in seinem Englisch mit afrikanischem Akzent zu erzählen. Das Ende der Geschichte ist ein offenes Ende, bei dem die Kinder aktiv überlegen sollen, wie diese Geschichte zu Ende gehen könnte. Da wir als fremde Weiße aber anscheinend einen einschüchternden Eindruck auf die Kinder machten, waren sie beim Erzählen des Endes sehr zurückhaltend. Nach einiger Zeit war ein Vorschlag, dass der kleine Käfer Kribbel nach seiner langen Reise den Eltern zuhause seine Schatzkiste zeigt, in der sich die Geschenke befinden, die er unterwegs von seinen neuen Freunden wie dem Krokodil oder der Giraffe bekommen hat. Andere Kinder waren der Meinung, die Mutter solle, wie es der Löwe dem kleinen Käfer Kribbel empfohlen hat, lieber zu einem Käfer-Medizinmann gehen. Nachdem wir mit den Kindern bzw. mit der kompletten Schule, die uns im staubigen und sandigen Schulhof umringte, die Pause mit Luftballon spielen und Sing-Klatsch-Spielen verbracht hatten, war die anfängliche Hemmschwelle deutlich gesunken. Zurück im Klassenzimmer, bekam jedes Kind ein Stifte-Set und ein Blatt Papier und die Schüchternheit der Kinder war erneut zu spüren. Sehr eindrucksvoll war, dass jedes einzelne Kind zunächst den Bleistift, der ihnen im Gegensatz zu den Buntstiften bekannt war, heraus zog und damit die Tiere der Geschichte vorzeichnete. Einige Kinder zogen Schulbücher hinzu und suchten darin Tiere heraus, die auch in der Geschichte vom kleinen Käfer Kribbel vorkamen, und orientierten sich daran. Andere Kinder wiederum trauten sich zu unserer Freude frei zu malen. Es kamen insgesamt sehr viele schöne unterschiedliche Bilder hervor.