Unser Projekt in Sambia machten wir an der Primary School von Chifunda, auf unserem Weg Richtung Malawi. Hier kamen wir direkt morgens um 7:30 Uhr bei Schulbeginn auf dem Schulhof an und trafen auf hunderte von Schülern, die uns mit großen Augen anschauten. Der Schulleiter kam sofort auf uns zu und zeigte sich sehr offen bezüglich unseres Projekts. Er erzählte uns, dass die Klasse 9 an diesem Tag eine wichtige Prüfung hat und der Tag aufgrund dessen ein bisschen anders verlaufen würde als sonst.

Die Kinder standen alle um uns herum und hatten wohl noch keinen Unterricht. Kommunikation war leider kaum möglich, da sie wenig bis gar kein Englisch verstanden oder sprachen. Ein Kind, welches direkt mit uns Kontakt aufnahm und uns bis zum Ende des Projekts auf Schritt und Tritt  verfolgte, war ein kleiner Junge der geistig etwas zurück geblieben war. Wir waren beeindruckt, wie sowohl die anderen Schüler als auch die Lehrer den Kleinen integrierten. Für unser Projekt bekamen von dem Schulleiter eine 6. Klasse mit 41 Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren zugeteilt. Als wir im Klassenzimmer ankamen, sprangen alle Kinder gemeinsam auf und wir wurden mit großer Disziplin einstimmig im Sprechchor mit „good morning sir“ und „good morning madam“ begrüßt. Als Erstes bemerkten wir, dass sich kein einziger Tisch im Klassenzimmer befand. Wir fragten nach und erfuhren, dass die 9. Klasse die Tische für ihre Prüfungen bräuchte. So saßen einige wenige Kinder auf Plastikstühlen, die meisten aber einfach auf dem Boden und lauschten der Geschichte. Wir hatten einen Lehrer zur Unterstützung mit uns im Klassenzimmer, der die Geschichte, nachdem wir sie Absatz für Absatz vorgelesen hatten, in die lokale Sprache übersetzte. Er fragte immer wieder bei den Kindern nach, ob sie alles verstanden hatten, ließ sie Dinge nochmal erinnern oder aufzählen. Somit wurde eine interaktive Zeit mit den Kindern gestaltet, wie wir es nie erwartet hätten. Das Ende der Geschichte ist ein offenes Ende, bei dem die Kinder aktiv überlegen sollen, wie diese Geschichte zu Ende gehen könnte Zum Ende der Geschichte meinten die Kinder, der kleine Käfer Kribbel würde nach Hause gehen und die Schatztruhe den Eltern zeigen. Dann würde die Mutter schon wieder fröhlich sein, weil der kleine Käfer Kribbel wieder zuhause sei und so tolle Sachen mitgebracht habe. Auf die Nachfrage hin, ob er der Mutter erzählen würde, dass es einen Käfer-Medizinmann gibt der was gegen die Traurigkeit machen kann, meinte der Lehrer, dass der nächste Arzt so weit weg wäre, dass niemand aus diesem Grund den Weg auf sich nehmen würde. Wir fragten erneut nach, ob die Kinder Personen kennen, die diese Traurigkeits-Krankheit haben, was von einigen Kindern bejaht wurde. Die Bilder wurden anschließend mit Schulbüchern auf den Knien als Unterlage nutzend auf dem Boden sitzend gemalt. Wie schon in Namibia und Simbabwe wurden auch hier zunächst die bekannten Bleistifte genutzt um die Tiere vorzuzeichnen. Einige Kinder nutzen die bunten Stifte erst auf Nachfrage hin, ob denn beispielsweise der Löwe wirklich grau sei oder eigentlich eine andere Farbe habe. Die jüngeren Kinder trauten sich deutlich schneller die Farben zu nutzen, sodass sehr farbenfrohe Tiere und Bäume etc. entstanden. Die älteren Kinder hielten sich dann doch eher an die naturgetreue Farbgebung. Während des Malens suchten die Kinder immer wieder Blickkontakt zu uns und zeigten gerne und Stolz ihre Werke.

Wir hatten auch hier den Eindruck auf ein gutes Bildungssystem zu treffen. Die Lehrer haben 3 Jahre an einer Universität studiert. Der Mangel an Ausstattung und Material war hier noch viel offensichtlicher als beispielsweise in Simbabwe. Das Schulgebäude befand sich einem schlechten und baufälligen Zustand.

Projekt Sambia
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