Unser colored-footprint Projekt in Malawi machten wir an der Livingstonia Full Primary School. Wir hatten beschlossen einfach unser Glück zu versuchen und ohne vorherige Absprache direkt mit den fertig gepackten Mäppchen und voller Motivation zu dieser Schule zu fahren. Bei unserer Ankunft war der Schulhof leer, aus den Klassenzimmern drang Gesang und Sprechchöre. Nachdem wir uns zu dem Büro der Schulleiterin durchgefragt hatten, baten wir sie um Erlaubnis das Projekt an ihrer Schule durchführen zu dürfen. Auch hier stießen wir wie an jeder anderen Schule bisher auf offene Türen.
Das erste Mal aber wurde uns gesagt, dass wir das Projekt gerne mit der 8. Klasse machen dürfen, allerdings erst nach der großen Pause, weil davor noch Unterricht sei, der nicht unterbrochen werden dürfe. So nutzten wir die Chance und setzten uns eine Stunde lang in einen afrikanischen Mathematikunterricht. Die große Pause verbrachten wir damit, mit den Kindern den Luftballons über den Schulhof nachzujagen. Nach der Pause also trafen wir auf 53 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Schulleiterin hatte sich dazu bereit erklärt, die Geschichte von Englisch in die lokale Sprache zu übersetzen, da die Kinder nicht genügend Englisch sprachen um der Geschichte folgen zu können. Die Lehrerin machte Ihre Sache sehr gut und übersetzte die Geschichte äußerst lebhaft in die lokale Sprache. Die Kinder allerdings machten einen sehr schüchternen Eindruck. Dies zeigte sich auch in der Gesprächsrunde wie denn die Geschichte vom kleinen Käfer Kribbel ausgehe. Wie auch schon in den Projekten davor meinten die Kinder, die sich überhaupt was trauten zu sagen, dass der kleine Käfer Kribbel seiner Mama die Schatztruhe und die Geschenke seiner Freunde zeigen würde. Dann würde es der Mama wieder besser gehen. Wir fragten nach, ob die Kinder Personen kennen, die diese Traurigkeits-Krankheit haben, was von einigen Kindern bejaht wurde. Auf die Nachfrage hin ob die Kinder denn jemand kennen würden, der immer so traurig sei, erzählten sie zunächst von einem Jungen der in ihrem Dorf lebt. Die Lehrerin kannte diesen Jungen auch und meinte, er sei geistig beeinträchtigt. Nochmals auf die Frage hin, ob der Junge denn traurig sei, wurde das verneint und ein Mädchen erzählte, dass sie einen Onkel habe, der immer so traurig sei. Die Lehrerin erzählte, dass es wohl sogar einen Doktor für psychische Erkrankungen in der Gegend geben würde. Was der aber genau sei oder mache wusste sie auch nicht. Auch beim Malen der Bilder erlebten wir eine enorme Zurückhaltung der Kinder. Die Verständigung auf Englisch war schwierig und sie waren sehr schüchtern wenn es darum ging uns ihre gemalten Tiere zu zeigen. Am Ende überlebten wir allerdings eine Überraschung. Ein Kind traute sich die Lehrerin zu fragen, ob sie denn die Stifte behalten dürfen. Das war wohl davor nicht so ganz klar rübergekommen. Als die Lehrerin dies bejahte, brach ein lautes Gejauchze im ganzen Klassenzimmer aus. Es war richtig schön zu erleben wie sehr sich die ganzen Kinder gefreut haben.
Nachdem wir das Projekt im Klassenzimmer beendet hatten, sprachen wir noch eine Weile mit der Schulleiterin und dem Schulleiter in deren Büro. So haben wir beispielsweise erfahren, dass auch die Kinder in Malawi eigentlich alle eine Schuluniform tragen. Da sich aber die meisten Familien nur eine Schuluniform für jedes Kind leisten kann dürfen die Kinder an dieser Schule mittwochs ohne Schuluniform zur Schule kommen, damit die Mutter diese zuhause waschen kann. Wir wurden auch dazu aufgefordert, uns in ein Gästebuch einzutragen. Darin konnten wir auch lesen, dass wir nicht die Einzigen sind, die diese Schule besuchen. Es gibt einen engagierten Zahnarzt aus England, der jedes Jahr mit einer großen Menge Zahnbürsten kommt und die Kinder im Zähneputzen schult. Das laminierte Bildmaterial, welches der Zahnarzt zur Schulung verwendet, lag der Schulleitung vor und wir waren begeistert wie schön kinderfreundlich diese Zahnputz-Bilder animiert waren.