Eine Möglichkeit zu finden unser colored footprint Projekt in Ecuador durchzuführen gestaltete sich zunächst gar nicht so einfach. So fragten wir bei 4-5 verschiedenen Schulen nach ob wir nicht unser Projekt dort durchführen könnten. Die Schulleiter waren sehr begeistert und offen über unser Projekt, verwiesen aber darauf, dass das Projekt von dem Bildungsministerium genehmigt werden müsse.

Ganz im Unterschied zu unseren afrikanischen Erfahrungen und den Erfahrungen in Kolumbien schien Ecuador einen sehr strukturierten Lehrplan zu haben. So fragten wir uns bis zu einem Büro des Bildungsministeriums durch, wo wir erfuhren, dass wir erst ein Exposé mit dem Inhalt des Projektes, den Lehr- und Lernzielen etc. ausarbeiten sollten, dieses dann bei dem Bildungsministerium in Quito einreichen sollen um dann nach einigen Tagen die Rückmeldung erhalten würden ob wir das Projekt durchführen dürfen. Ein Schulleiter alleine darf nur 45 Minuten Unterricht abseits des Lehrplans genehmigen und auch nur dann, wenn es einen für ihn sichtbaren pädagogischen Inhalt hat. Da unser Projekt ca. 2 Stunden dauert und wir keine Zeit hatten ein Exposé auf Spanisch zu verfassen und dann auf die Rückmeldung des Ministeriums zu warten mussten wir einen anderen Plan machen. Glück fanden wir durch verschiedene Kontakte die Einrichtung namens Fundación Arupo in der kleinen Stadt Ibarra. Diese Einrichtung kümmert sich liebevoll und mit vollem Engagement mit Sozialarbeitern, Psychologen, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten um körperlich, seelisch und geistig beeinträchtigte Kinder. Durch Maria, die Leiterin dieser Einrichtung bekamen wir unglaublich viele Informationen und Einblicke in das Land Ecuador und den Umgang mit seelisch und geistig beeinträchtigten Menschen. An einem ersten Tag durften wir unsere Geschichte einer großen Runde an Eltern erzählen, die gerade in der Einrichtung ein gemeinsames Treffen hatten. Es war mal eine ganz andere Erfahrung die Geschichte Erwachsenen Menschen zu erzählen. Ebenso wie bei den Kindern hatten auch die Erwachsenen unterschiedliche Meinungen was der kleine Käfer seinen Eltern später erzählen wird. Alle Eltern bekamen eine Kopie von der Geschichte und nahmen sich vor diese bei Gelegenheit ihren Kindern zuhause zu erzählen.

Durch Maria bekamen wir auch den Kontakt zu der Schule Unidad educativa Mariano Suárez Veintimilla in Ibarra, an der wir in einer 6. Klasse unser Projekt durchführen durften. Die Fundación Arupo arbeitet mit verschiedenen Schulen in der Umgebung zusammen, da Ecuador großen Wert auf Inklusion legt und so die beeinträchtigten Kinder in die Regelschulen integriert werden sollen. Nachdem wir die Schulleiterin in ihrem Büro begrüßt hatten und uns anschließend mit Hilfe von Maria in die uns zugeteilte 6. Klasse eingefunden hatten konnte unser Projekt beginnen. Wir durften auch hier in der Zeit des Englischunterrichts das Projekt durchführen, sodass wir sowohl Maria als auch einen sehr kompetenten Englischlehrer an unserer Seite hatten. Insgesamt hatten wir 36 Kinder im Altern von 9 bis 12 Jahren. In dem Klassenzimmer war es im Vergleich zu der Klasse in Kolumbien deutlich ruhiger, sodass die Kinder auch konzentrierter der Geschichte folgen konnten und ihren Spaß dabei hatten unsere Fragen zu beantworten. So schrieben wir wie auch schon bei allen bisherigen Projekten sowohl die Namen der jeweiligen Tiere an die Tafel als auch die Geschenke, die sie dem kleinen Käfer mitgegeben haben.

Im Anschluss an die Geschichte stellten wir wie immer den Kindern verschiedene Fragen. So war die erste Frage ob denn die Mutter immer noch traurig sei, wenn der kleine Käfer Kribbel nach seiner Reise zu all den verschiedenen Tieren wieder nach Hause komme. Die Meisten Kinder waren der Meinung, dass die Mutter anschließend nicht mehr traurig sei wenn der Käfer nach Hause komme. Die begründung war, dass er so mutig gewesen sei und die Mutter so stolz, dass sie nun nicht mehr traurig sei. Er würde auch seinen Eltern die Schatztruhe zeigen mit all den verschiedenen Geschenken drinnen. Allerdings würde er nicht erzählen was der Löwe zu ihm gesagt habe. Aber wenn die Mutter mal wieder traurig ist dann würden sie den Rat von dem Löwen schon erzählen, nämlich dass es einen Doktor für die Traurigkeitskrankheit gibt. Der Kleine Käfer Kribbel sei zudem sehr glücklich zu wissen, dass er nicht der Grund für die Traurigkeit der Mutter ist. Auf die Frage hi ob sie denn jemand kennen würden, der immer traurig ist meinte ein Kind sein Opa. Weil die Oma gestorben ist. Der wäre jeden Tag ganz arg traurig und würde erzählen er würde ja auch bald nicht mehr leben. Daran anschließend sind wir mit den Kindern noch einmal die verschiedenen Symptome der Traurigkeit noch einmal durchgegangen und haben damit abgefragt, ob sie sich an den Anfang der Geschichte erinnern können, was denn alles für verschiedene Symptome bei der Käfermutter vorhanden waren… dass sie immer müde war, keine Lust mehr mit dem Kleinen Käfer Kribbel zu spielen, keinen Hunger mehr hatte etc. Auf die Frage hin ob denn ein Kind wüsste, wie man einen Traurigkeitsdoktor nennt meinte ein Mädchen: Psychologe. Die anderen Kinder hatten das Wort auch schon gehört. Das scheint wohl auch durch die sehr gute Kooperation der Fundación Arupo und den Schulen bekannt zu sein. Hier machte Maria auch noch einmal deutlich, dass die Kinder nicht der Grund für die Traurigkeit der Eltern sind und dass man zum Psychologen gehen kann, wenn man sehr traurig ist.  Anschließend beim Bilder malen ist es immer das schönste mit den Kindern in Kontakt zu kommen. So entstanden wieder wunderschöne, witzige und farbenfrohe Bilder und die Kinder fragten uns Löcher in den Bauch, forderten unsere Unterstützung ein oder suchten einfach auch nur den Kontakt zu uns. Insgesamt war dieses Projekt in Ecuador wieder eine super schöne Erfahrung und wir danken der Fundación Arupo von ganzen Herzen für die Unterstützung.

Projekt Ecuador
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